Tipps von wahren Experten/Filialisten lüften Erfolgsgeheimnisse/Know-how-Transfer zwischen Fleischerfilialisten
Mit ihrer Veranstaltungsreihe „Erfolgsrezepte aus der Praxis“ kombinierte die cormeta ag aus Ettlingen Information und Beratung im Forum der diesjährigen SÜFFA. Inhaber beispielhaft erfolgreicher Fleischerfilialen wie Michael Grom, Metzgerei Sack in Karlsruhe sowie Werner und Moritz Häfele, Metzgerei Häfele in Winnenden, präsentierten unternehmerische Erfolgsrezepte und originelle Marketingkonzepte zum Nachmachen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Unternehmensberater Fritz Gempel aus Fürth.
Mit einem Film über die Traditionsmetzgerei Moser in Landsberg am Lech eröffnete Ralf Weinmann, Leiter Marketing und PR der cormeta ag, die Roadshow. Über 90 Sekunden dauerte der Trailer, der auch auf der 21. Hauptversammlung der SAP AG in der Mannheimer SAP Arena vor rund 6.000 Aktionären vorgeführt wurde. Der Beitrag über den Familienbetrieb brachte es schnell auf den Punkt: SAP-Software ist nicht nur etwas für große Unternehmen.
Noch mehr gute Nachrichten für kleine und mittlere Betriebe präsentierte Unternehmensberater Fritz Gempel in seinem anschließenden Vortrag. „Grenzenloses Wachstum für unsere Betriebe ist möglich“, war die positive Botschaft von Gempel an die interessierten Teilnehmer aus dem Fleischerhandwerk, die zahlreich zu der cormeta-Veranstaltung erschienen waren. „Der wirtschaftliche Aufwärtstrend wirkt sich nicht nur positiv auf das Konsumverhalten der Verbraucher aus, sondern steigert auch die Investitionsbereitschaft von Unternehmerinnen und Unternehmern“, begründete Gempel seine optimistische Einschätzung. Die Ausgabenbereitschaft für hochwertige Lebensmittel sei ein echtes Indiz für diese Entwicklung. Die Bedeutung von Essen und Trinken als Belohnung durchlaufe einen effektiven Wandel und sei in den letzten Jahren erkennbar gestiegen. „Der kaufstarke Kunde von heute konfrontiert uns mit hoher Kennerschaft und ausgeprägter Beziehung zum Lebensmittel Fleisch. Hinzu kommt das gesteigerte Bedürfnis nach kompetenter Beratung an den Bedientheken“, so der Fürther Unternehmensberater.
Erfolgsrezept à la Häfele
Die Metzgerei Häfele, die in den letzten Jahren ihren Umsatz verzehnfachen konnte, war gleich mit zwei Generationen vertreten. Geschäftsführer Werner Häfele wurde von seinem Sohn Moritz begleitet, der als jüngster Referent die Besucher überraschte. Mit einer professionell-lockeren Art erklärte der Kulinaristik-Student im dritten Semester, aus welchen Ingredienzien sich das ganz persönliche Erfolgsrezept der Familie Häfele zusammensetze. „Herkunftssicherheit, Produktqualität, Standortauswahl und Personalförderung sind nur einige wichtige Stichworte für unternehmerischen Erfolg“, erklärte Häfele jun. und ergänzte: „Die Alleinstellung bei Herkunftssicherheit und Produktqualität erreichen wir durch 100 Prozent Fleisch und Wurst aus eigener Schlachtung und Zerlegung.“ Die Mitarbeiterauswahl und die Mitarbeiterschulung stehen für Familie Häfele an erster Stelle. Mit einem Leistungslohnmodell, das tatsächliche Anwesenheit und messbare Leistung prämiert, bringen die Häfeles das „Fordern und Fördern“ in ihrer Personalpolitik zusammen. „Nur kompetentes und geschultes Personal, das vom Verkaufserfolg seinen eigenen persönlichen Vorteil hat, kann zufriedenstellend bedienen und beraten“, so Moritz Häfele, der nach seinem Studium in den Familienbetrieb einsteigen möchte.
Wie wichtig innovative Zukunftspläne sind, weiß die Metzgerei Häfele nicht nur, sondern fördert diese auch aktiv. Damit ist sie der erste Betrieb, der insgesamt vier Kulinaristik/Food Management Studenten beschäftigt. Welche Chance das Studium für den Familienbetrieb bietet, fasste Moritz Häfele zusammen: „Kulinaristiker bringen betriebswirtschaftliche Kenntnisse in die Betriebe und entlasten die Geschäftsführung um anspruchsvolle (Büro-) Arbeiten.“
„Das Bild, das wir nach außen werfen“
Auch Metzgermeister Michael Grom sprach sich in seinem Vortrag für mehr Innovation in den Betrieben aus. Dabei betonte er vor allem die Notwendigkeit von originellen Marketingmaßnahmen. Die Metzgerei Sack lege großen Wert auf „das Bild, das wir nach außen werfen.“ An Ideen mangelt es dem jungen Unternehmer nicht. Ein anschauliches Beispiel hierfür ist die rot-grün gefleckte „Sack-Kuh“, die inzwischen als unentbehrliches Markenzeichen gilt und ihren festen Platz vor der Metzgerei hat. Auch sonst darf die bunte Kunststoff-Kuh auf keiner Messe oder Veranstaltung fehlen. „Dieses Werbemittel ist nicht nur ein sympathischer Hingucker für groß und klein, sondern ein ultimatives Wiedererkennungsmerkmal unserer Metzgerei“, so Michael Grom.
Mit diesem Beispiel will Grom seine Metzgerkollegen dazu animieren, andere Wege im Bereich Marketing zu beschreiten. Mit seiner jüngsten Idee „echte Qualität zum Superpreis“ hat der junge Metzger wieder einmal ins Schwarze getroffen. Pro Tag bietet die Metzgerei Sack einen Imbissartikel für einen Euro an. „Damit wollte ich vor allem einen neuen Kundenkreis, d. h. Kinder und Jugendliche, ansprechen.“ Entscheidend bei der Umsetzung von Marketingmaßnahmen sei aber immer noch die Produktqualität. „Mein Vater hat einmal gesagt, je billiger alle anderen sind, desto besser musst du werden!“, erinnerte sich Michael Grom und folgerte: „Die beste Werbung ist vergebens, wenn das Produkt nicht hervorragend schmeckt.“
Im Anschluss an die Veranstaltung bot die cormeta ag an ihrem Messestand den interessierten Teilnehmern die Gelegenheit, die auf SAP basierende Softwarelösung FOODsprint für das Fleischerhandwerk live zu erleben und Fragen rund um moderne IT für Fleischerfachgeschäfte zu beantworten. Gastgeber Ralf Weinmann freute sich über die aktive Teilnahme der zahlreichen Gäste und erklärte: „Nicht zuletzt die Mitgliedschaft im Partnerkreis des DFV und die Fördermitgliedschaft im Juniorenverband des DFV macht cormeta ag zu einem starken Partner für das Fleischerhandwerk.“ Weiterhin kündigte er an, dass die Roadshow-Reihe „Erfolgsrezepte aus der Praxis“ im Jahr 2009 fortgesetzt wird.
11.2008
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