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Energiemarkt 2024: Statt Großkraftwerke vernetzte Smart Grids im eigenen Haus
IS-U-Fachtag der cormeta ag diskutierte die Zukunft des Energiemarktes und präsentierte neue Softwarelösungen für die Versorgungswirtschaft

Mehr Chancen für die Versorgungsunternehmen und mehr Transparenz für die Kunden: Auf dem IS-U-Fachtag der cormeta ag Mitte September 2009 skizzierte der bekannte Zukunftsforscher Frank Thomsen von future matters den Energiemarkt von morgen – einen Markt ohne Kernkraftwerke und Öl, aber mit „intelligenten Netzen“ und Elektroautos. Laut Thomsen werden Großkraftwerke verschwinden und mehrere kleine, lokale Versorgungssysteme, die interagieren, an ihre Stelle treten. So kann beispielsweise die Spülmaschine mit dem örtlichen Stromversorger über das "Smart Grid" einen Startzeitpunkt "aushandeln", um erst bei günstigen Tarifen oder aus Gründen der besseren Lastverteilung zu starten. Auch das Elektroauto, das laut Thomsen nur noch eine Frage der Zeit ist, wird über ein „Mini-Kraftwerk“ im Wohngebiet oder gar im eigenen Haus auf diese Weise aufgetankt. Die „intelligenten“ Versorgungssysteme („smart grid“), die ähnlich aufgebaut sein werden wie das Internet, sind nach Thomsen notwendig. „Wir haben zukünftig weniger Ressourcen, also müssen wir die vorhandenen besser nutzen. Daher gilt: Weg von verschwenderischen Großkraftwerken zu vernetzten Systemen, die homogener sind und insgesamt weniger Ressourcen verbrauchen.“

Für Thomsen ist sicher, dass Versorger und Verbraucher umdenken. „Die Öl- und Kohleförderung wird aufwändiger und damit teurer, die entstehenden Kosten geben die Unternehmen an ihre Kunden weiter. Die lassen sich das aber nicht auf Dauer bieten und suchen nach Alternativen, beispielsweise in Form von Solaranlagen fürs eigene Heim. Irgendwann werden auch die Versorger erkennen, dass sie nicht mehr wie bisher weitermachen können. Der Preisdruck wird daher ein Umdenken bewirken.“

In zehn bis fünfzehn Jahren ist laut Thomsen Energie nicht nur billiger, sondern auch sauberer. Die Art und Weise, in der Strom und Wärme erzeugt, genutzt und zum Verbraucher gebracht werden, ändere sich grundsätzlich. In den kommenden großen Solarkraftwerken, wie z.B. bei Desertec, wird Natriumacetat (oder Salzlake) zur Zwischenspeicherung eingesetzt, um auch in der Nacht die Turbinen für die Stromerzeugung anzutreiben. In privaten haushalten ist so etwas bisher nicht vorgesehen. Thomsen schätzt, dass der Energiemarkt der „Nach-Öl-Ära“ fünf- bis zehnmal größer sein wird als der IT-Markt. Deutsche Unternehmen könnten durch die Entwicklung neuer Technologien daran in erheblichem Maß partizipieren

IT unterstützt die Gasbilanzierung
Um bessere Nutzung von Ressourcen ging es auch in den anderen Vorträgen des Fachtags. Beispiel Energiedatenmanagement (EDM): Birte Vermehren von der Mittelhessen Netz GmbH (MIT.N), dem Netzbetreiber der Stadtwerke Gießen, berichtete, wie sich die Abläufe bei der Gasbilanzierung mittels einer Softwarelösung automatisieren lassen. Bekanntlich müssen Versorger seit Ende letzten Jahres für ihre nichtleistungsgemessenen Kunden die gesetzlich festgelegten Standardlastprofile (SLP) der Abrechnung zu Grunde legen. Für die leistungsbezogenen Abnehmer wiederum haben sie stündlich den Lastgang per Zählerfernauslesung, kurz ZFA, zu ermitteln und in das System zu übernehmen. MIT.N arbeitet seit knapp zwei Jahren auch in der Gassparte mit dem Energiedatenmanagement von SAP (SAP EDM). Damit kann das Unternehmen wie vorgeschrieben seine Ausspeisungen entsprechend den Handelsbilanzkreisen zuordnen und die Ergebnisse an den Bilanzkreiskoordinator übermitteln. Einführungspartner war die cormeta ag.

Wissen, wie der Verbraucher zahlt
Außerdem auf dem Fachtag CGsprint, eine neue Softwarelösung zur Anbindung aller gängigen nationalen und internationalen Wirtschaftsauskunfteien an die Unternehmenssoftware – sowohl für SAP- als auch Nicht-SAP-Systeme. Tenor des Vortrages: Mit der Krise steigt das Risiko von Zahlungsausfällen und Insolvenzen, deshalb werden qualifizierte Informationen zur Bonität überlebenswichtig. Die cormeta-Module seien daher eine gute Möglichkeit integriert in vorhandene Unternehmenssoftware, sich detaillierte Auskünfte aus verschiedenen Quellen einfach zu beschaffen. Doch mit Schutzmechanismen in der Kreditpolitik allein ist es nicht getan. Um gut durch die Krise zu kommen, müssen Unternehmen neue Einsparpotenziale erschließen.

Eine Möglichkeit sei die Virtualisierung der IT. Virtualisierung – das ist die Abstraktion logischer Systeme von ihrer physischen Implementierung. Ressourcen, beispielsweise Server und Netzwerke, aber auch Software und ganze Geschäftsprozesse werden gemeinsam verwendet und Kapazitäten dadurch besser ausgenutzt. Die intelligente Zuordnung und Verwaltung der Ressourcen ist, so das Resümee, eine wichtige Funktionalität innerhalb der Virtualisierung. In diesem Zusammenhang spiele das Identity Management zur Vereinfachung der Nutzeradministration in heterogenen Systemlandschaften eine entscheidende Rolle, wie zu erfahren war.

SAP CRM 2007: Hinterlegung von Potenzialdaten erhöht Vertriebschance
Der Einsatz eines wirkungsvollen Kundenmanagements, unterstützt von einer innovativen Software, sei zudem eine Möglichkeit, mehr Umsatz zu generieren, unter anderem durch ein zielgruppengerechtes, automatisiertes Kampagnenmanagement, wie das Auditorium live am Beispiel von SAP CRM  2007 erlebte. Die von der cormeta ag entwickelte branchenspezifische Anwendung ist im Energieumfeld bisher die einzige SAP-Software mit der Möglichkeit, technische Daten zu Parzellen und Flurstücken in geplanten Neubaugebieten zentral in einem IT-System zu hinterlegen und für die Generierung neuer Aufträge zu verwenden. Einmal im CRM-System erfasst, kann sich der Vertrieb die Daten jederzeit anzeigen lassen. Wo entstehen demnächst neue Häuser? Welche Parzellen sind mit welchen technischen Objekten versehen? Wer diese Informationen hat, weiß, wo Auftragspotenzial schlummert.

Einsparpotenziale für Energieversorger bietet auch die Instandhaltung, wie in Offstein von der ePocket Solutions GmbH zu erfahren war. Der IT-Dienstleister hat sich spezialisiert auf mobile Lösungen, die das Geschäft von Servicetechnikern im Außendienst erleichtern und die Produktivität erhöhen. Täglich anfallende Abläufe werden vereinfacht, die Papierflut geht zurück und es können in derselben Zeit mehr Aufträge abgearbeitet werden.

Nach den Vorträgen begaben sich die Teilnehmer auf eine Tour durch das Weingut mit anschließender Verkostung des aktuellen Weißweinjahrgangs und der Rotweinkollektion. Seniorchef Georg-Jacob Keth erzählte amüsante und lehrreiche Anekdoten über die edlen Trauben. Über fünf Generationen hinweg haben die Keths ihr Wissen zu Wein erworben, heute zählt ihr Unternehmen zu den besten Weingütern Deutschlands. Während Vater Georg-Jacob inzwischen der „Rotweinpapst Rheinhessens“ genannt wird, widmet sich Sohn Matthias dem weißen Pendant. Im Rahmen der Initiative „Message in the bottle“ tritt der Junior als Botschafter für den Wein rheinhessischer Jungwinzer auf. Mit traditionellem Know-how, moderner Technologie und behutsamer Verarbeitung bringt er die Nuancen jedes Terroirs im Weißwein hervor. 
Mehr unter www.weingut-keth.de

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