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Pneuhage Reifendienste: IT-Runderneuerung in der Warenwirtschaft
Wer im schnelllebigen Reifenhandelsgeschäft nicht auf der Strecke bleiben will, braucht eine Unternehmenssoftware mit viel PS; eine integrierte Filiallösung, die alle Informationen – Bestände, Preise, Aufträge – in Echtzeit liefert. Das Familienunternehmen Pneuhage hat deshalb seine Warenwirtschaft mit der SAP Business All in One-Software Tradesprint komplett überholt.

Der erste Pneuhage Reifendienst nahm 1953 in Karlsruhe seinen Betrieb auf. Schritt für Schritt baute das Familienunternehmen seine Präsenz aus: zunächst entlang der „Rhein-Schiene“, später dann auch bundesweit sowie in Polen und Frankreich. Heute verfügt Pneuhage Reifendienste über ein Servicenetz von rund 90 eigenen Niederlassungen und mehr als 220 Vertriebspartnern. So bietet Pneuhage beispielsweise die Montage und Einlagerung der Reifen gleich mit. Hier zeigt sich der Vorteil der bundesweiten Präsenz: Egal, wo der Kunde wohnt – die nächste Filiale ist nicht weit entfernt. Die persönliche Betreuung vor Ort ist eine Stärke des Unternehmens, mit dem es sich im Markt erfolgreich behauptet – auch gegenüber reinen Online-Händlern, die solche engmaschigen Filialnetze eben nicht besitzen. „Für Kunden zählt heute nicht nur der Preis, sondern auch die Dienstleistung drumherum. Sie wollen beraten werden, und das möglichst persönlich und umfassend. Über unser weitreichendes Filialnetz mit hochqualifizierten Mitarbeitern bieten wir ihnen diesen Service“, erläutert Ralf Brauer, Leiter IT & TK bei Pneuhage.


Für die Überholspur ungeeignet
Das weitverzweigte Filial- und Partnernetz von Pneuhage macht die Logistik komplex. Eine filialübergreifende Sicht auf Stammdaten, Bestellungen, Bestände und Warenbewegungen ist das A und O. Doch genau daran haperte es in der Vergangenheit. Es gab keine geschlossene Warenwirtschaft innerhalb des Verbundes. Der Grund: Die bisher eingesetzte Software war nicht mandantenfähig, das heißt, sie musste für jede Niederlassung einzeln installiert werden und arbeitete separat. Jede Filiale war IT-technisch isoliert und konnte daher auch nicht direkt die Bestände der anderen abfragen. Zwar gab es eine Bestandsauskunft im Intranet, doch die Kollegen mussten dazu immer „ihre“ Filialsoftware verlassen. Auch das Bestellwesen war nicht integriert, d.h. Bestellungen wurden überwiegend telefonisch oder per Fax bearbeitet und nicht im System erfasst. Zudem besaß das Altsystem eine rein textbasierte Benutzeroberfläche mit dadurch beschränktem Informationsgehalt. Großer Nachteil dabei: Die im System verwendeten Abkürzungen und teils kryptischen Begriffe waren gerade für neue Mitarbeiter oft unverständlich. „Das System war alles andere als state of the art. Funktional zwar in Ordnung, aber mit Mängeln beim Handling und der Systemintegration“, erinnert sich Ralf Brauer.


Ohnehin lag die Weiterentwicklung des Systems seit geraumer Zeit still. Der Hersteller war 2003 insolvent gegangen, die Anwendung drohte zum Software-Oldtimer zu werden: Ein liebgewonnenes Utensil mit Nostalgiecharme zwar, aber für die Überholspur denkbar ungeeignet. „Für den täglichen Einsatz im rasanten Geschäft des Reifenhandels braucht man ein zeitgemäßes Fahrzeug mit viel PS und einem großen Funktionsumfang“, so Ralf Brauer zur Entscheidung, eine neue Software einzuführen. „Wir suchten eine zukunftssichere Standardlösung, mit der sich alle warenwirtschaftlich relevanten Vorgänge sowohl der Zentrale als auch der Filialen abwickeln lassen.“ Die Wahl fiel auf Tradesprint, die auf SAP basierende Branchensoftware der cormeta ag; nicht zuletzt deshalb, weil Pneuhage im Rechnungs- und Personalwesen bereits seit Jahren mit SAP arbeitet. Auch cormeta war für den Reifenhändler keine Unbekannte – schließlich setzt man im Kreditversicherungsmanagement deren Software KVsprint ein. Daher lag es nahe, auch in der Warenwirtschaft mit SAP zu fahren. Ralf Brauer: „Wir haben uns für Tradesprint entschieden, weil die Anwendung nicht nur auf einem marktüblichen und daher zukunftssicheren Standard basiert, sondern auch, weil sie eine integrierte Filiallösung mit allen wichtigen Vertriebs- und Servicefunktionalitäten für den Reifenhandel ist.“ Auch beim Online-Terminbuch, über das Interessenten auf der Homepage von Pneuhage einen Montagetermin vereinbaren können, spielt das neue System seine Stärken aus.


Ein Cockpit für alle Fälle
Besonders schätzt der IT-Leiter das neue Cockpit, das cormeta und Pneuhage im Zuge der Einführung gemeinsam entwickelten und das die bisherigen Einzelcockpits von Tradesprint ablöst. Es steuert alle Arbeitsabläufe im Reifenhandel und im Kfz-Service-Betrieb, einschließlich Ein- und Auslagerung, Bar-/Thekenverkauf, Werkstattreparaturen sowie Bestandsabruf mit Umbuchung. Ralf Brauer: „Das Cockpit ist sehr funktional und erfüllt nahezu alle unserer Anforderungen. Endlich bekommt der Mitarbeiter in der Niederlassung ein System aus einem Guss und muss nicht mehr zwischen verschiedenen Anwendungen hin und her springen.“ Ralf Brauer spricht von einer „hervorragenden Zusammenarbeit mit cormeta“ bei der Entwicklung des Cockpits.


Pneuhage setzt Tradesprint aktuell in 23 Filialen ein. Davon arbeiten sieben Niederlassungen bereits mit dem neuen Cockpit, das gegenüber den bisherigen Einzelanwendungen eine verbesserte, anwenderorientierte Benutzeroberfläche besitzt. Laut Ralf Brauer sind ausschlaggebend für den Erfolg der neuen Lösung das integrierte Warenwirtschaftssystem mit Zugriffsmöglichkeiten auf alle Filialen, die praxisgerechte Auftragsabwicklung und das durchgängige Bestellwesen. Ebenso die leichte Einarbeitung auch jüngerer Mitarbeiter. Mehr als zehn Prozent des Personals bei Pneuhage sind Auszubildende. „Die moderne und intuitiv bedienbare Oberfläche des neuen Cockpits ist sehr benutzerfreundlich.“ Neue Kollegen fänden sich schnell zurecht, so der IT-Leiter, der die hohe Akzeptanz des neuen Systems betont. Auf Anhieb habe man eine sehr hohe Zustimmung bei den Mitarbeitern erreicht – was sicher auch dem strukturierten Schulungskonzept zu verdanken ist.


Eigens für die Einführung und den Rollout wurde ein neunköpfiges Trainerteam gebildet. Seine Mitglieder, aus allen Unternehmensbereichen kommend und bestens mit dem Geschäft vor Ort vertraut, hatten die Aufgabe, sich zunächst ausschließlich mit Tradesprint zu beschäftigen und anschließend ihr Know-how an die übrigen Mitarbeiter weiterzugeben. Daher mussten sie auch über methodisch-didaktische Fähigkeiten verfügen. Im Intranet wurde außerdem ein Wiki eingerichtet, in dem Tradesprint detailliert erläutert ist – mit umfangreichen Hinweisen zur Installation und Fehlerbehebung. „Ich denke, dass durch diese stringente Form der Wissensvermittlung und des Knowledge Managements alle Mitarbeiter auf dem Weg in die neue Systemumgebung mitgenommen werden können. Dabei stützen wir uns mit cormeta auf einen starken Partner, der unsere Prozesse versteht und sich zudem auf dem neuesten Technologiestand bewegt. Das ist eine feste Grundlage für den weiteren Rollout.“ Bis Ende 2011 werden auch alle restlichen Niederlassungen auf Tradesprint einschließlich des neuen Cockpits umgestellt; davon vier noch in diesem Jahr.

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